Wie die Zeit rund um unsere Geburt im Erwachsenenalter weiterwirkt
Integration heißt „Wiedervereinen“: In der Therapie sind alle Gefühle willkommen, auch und gerade solche, die wir als störend, negativ oder zu emotional verankert haben. So können wir sie anschauen, annehmen und auflösen. Das gelingt auf verschiedenste Weise, zum Beispiel mit körperorientierter Therapie.
Dafür dürfen wir uns diesen Gefühlen liebevoll zuwenden.
Erinnerungen ohne Bilder
Die Zeit vor, während und kurz nach unserer Geburt prägt uns tief. Was wir damals erlebt haben, ist nicht als bewusste Erinnerung gespeichert, sondern im sogenannten impliziten Gedächtnis. Es zeigt sich nicht als Bild oder Geschichte, sondern im Körper: in Gefühlen, die scheinbar aus dem Nichts kommen, und in Mustern, die wir uns selbst nicht erklären können.
Warum Wegschieben nicht hilft
Alles, was in uns ist, beeinflusst uns. Gefühle ganz besonders. Das kennen wir alle nur zu gut, besonders in Momenten, in denen uns die Angst packt oder die Wut hochkocht. Obwohl wir gleichzeitig im Kopf logisch „dagegenreden“ können, haben die Gefühle die Oberhand.Wann immer wir negative Gefühle unterdrücken, rächt sich das oft:
Noch stärker wirkt das bei grundlegenden Gefühlen, die durch frühere Erfahrungen oder Erinnerungen ausgelöst werden. Vielleicht spürst du schmerzhaft deine Selbstzweifel oder wirst sehr schnell nervös. Manche Menschen laufen mit einer unterschwelligen Wut herum oder werden schnell von etwas getriggert.
Wann immer wir schwierige Gefühle unterdrücken, rächt sich das oft.
Sie werden so groß wie Elefanten und zu ständigen Begleitern in allen möglichen Situationen.
Was unsere Gefühle uns zeigen
Ein weiterer, ganz wesentlicher Grund, sich den schwierigen Gefühlen zu stellen, ist, dass sie uns helfen, uns zu verstehen: warum wir so sind, wie wir sind, und warum wir uns manchmal auf eine bestimmte Weise verhalten.
Wenn wir uns unseren Gefühlen stellen, können uns alte Gespenster nicht mehr anspringen wie ein bellender Hund. Wir können sie idealerweise zusammen auflösen, auf jeden Fall aber einordnen. Und damit verlieren sie ihre Macht.
Wie Integration geschieht
Dieser Weg ist nicht immer einfach, und er kann schmerzhaft und schwer sein. Außerdem braucht es eine Portion Mut, sich mit diesen Gefühlen jemandem anzuvertrauen.
Meine Erfahrung ist: Wenn wir uns dem wirklich stellen, am besten mit guter Unterstützung, kann sich ein liebevoller Blick auf uns einstellen. Wenn wir uns so verletzlich zeigen und uns dabei mit Offenheit, Freundlichkeit und Wertschätzung annehmen, kann ein tiefer Heilungsprozess entstehen.
Mehr darüber, wie ich arbeite, findest du unter prä- und perinatale Körperarbeit. Du kannst diesen Weg in Einzelsitzungen gehen oder in einer kleinen Gruppe, in meinem Seminar „Die 2. Geburt – hinein ins Leben“.
Die Geschichte bleibt.
Es wird leichter.

Sabera A. Dringenberg
Heilpraktikerin in Stuttgart-Mitte. Seit 1997 begleite ich Menschen – mit Craniosacraler Therapie, Somatic Experiencing und prä- und perinataler Arbeit. Mehr über mich
Deine Gespenster dürfen mitkommen.
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